Meine Erfahrungen zum #HomeOffice

In News, Blogs und auf so ziemlich allen Social Media Kanälen liest man immer häufiger über Unternehmen, die Mitarbeitern die Wahl des Arbeitsorts überlassen. Einer der bekanntesten Vertreter ist Microsoft. Finde ich gut.

Natürlich ist das nicht bei jeder Position möglich. Die Zielgruppe sind Wissensarbeiter und alle, deren Tätigkeiten sich unabhängig von einem festen Arbeitsort erledigen lassen. Nach meinen ersten Monaten zu Hause werde ich von Bekannten oft gefragt, wie es klappt, bzw. wie es mir gefällt. Deswegen möchte ich von meinen persönlichen Erfahrungen berichten und vielleicht hilft es Euch, wenn Ihr auch mit dem Gedanken spielt das Büro zu Hause einzurichten.

Doch zuerst zur Frage wie es dazu kommt, dass ich nicht tagein, tagaus ins Büro fahre.

Hier habe ich kurz über meine beruflichen Stationen geschrieben. AvePoint Deutschland hat ihren Sitz in München. Ich liebe Hersbruck. Deswegen und aus familiären Gründen wollte ich auf jeden Fall im Nürnberger Land bleiben. Bei AvePoint hatte ich die Möglichkeit direkt mit einem Homeoffice Vertrag eingestellt zu werden. Das fand ich natürlich super, da ich einen tollen Job annehmen konnte, aber dafür nicht umziehen musste. Bereut habe ich es nicht. Mit AvePoint habe ich meinen „Topf“ gefunden.

Dann kamen die ersten zwei Monate zur Einarbeitung in München. Auch darüber habe ich geschrieben. Im Hinblick auf die danach folgende Zeit zu Hause war dies besonders wichtig. Ich konnte unsere Prozesse, meinen Teamleiter, viele Kollegen und Kolleginnen sehr gut kennenlernen. Für Fragen bin ich nur wenige Meter gelaufen. Die Einarbeitung und die Unterstützung waren super. Integrationsphase beschreibt es viel treffender als von einer Einarbeitung zu sprechen. Die soziale Komponente innerhalb des Teams stand im Vordergrund. Bei AvePoint hatte ich auch wirklich Glück in einem tollen Umfeld sehr herzlich aufgenommen zu werden.

Mitte September war es dann aber soweit: ich wurde flügge. Nach mittlerweile 14 Wochen mein Resümee:

Was war von Anfang an super?

  • Die Trennung zwischen Arbeitsplatz und restlichem Wohnraum hat super funktioniert.
    Wichtig ist es einen eigenen Arbeitsplatz zu haben. AvePoint hat mir einen Monitor und ein Telefon mit Headset gestellt. Um mich wirklich wohl zu fühlen, habe ich in für mich wichtige Infrastruktur investiert: Docking Station, zweiter Monitor, kabellose Ausstattung, Bluetooth Headset für PC und Mobil, Netzwerkdrucker, etc.
    Das war für mich wichtig, da ich dafür verantwortlich bin, hier gut arbeiten zu können. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Mein Tipp: nicht nur mit dem Laptop am Wohnzimmertisch arbeiten. Ein Foto gibt es am Ende des Beitrags.
  • Das ergebnisorientierte Arbeiten zählt.
    Während es bei vielen Unternehmen noch zu oft die Situation gibt, dass lange Anwesenheit mit guter Arbeit gleichgesetzt wird, zählen bei der Arbeit von zu Hause wirklich nur Ergebnisse. Endlich. Wenn alle gestellten Aufgaben, Ziele (über-) erfüllt werden, ist es nebensächlich, wann und wie man dies erledigt hat. Ich fühle mich erheblich besser und zufriedener, wenn ich an Hand von Ergebnissen und Leistung beurteilt werde. Meine Motivation steigt und auch AvePoint profitiert davon. Eine wunderbare Win-Win Situation.
  • Mir hilft es bei vielen Aufgaben dezente Hintergrundmusik laufen zu lassen.
    Um im Büro Musik zu hören müsste ich ununterbrochen Kopfhörer tragen. Ich mag das nicht. Mein aktueller Favorit ist übrigens bei Amazon Prime Music Radio der Kanal „Entspannter Rock“.
  • Die Pausen kann ich nutzen, wie sie mir gut tun.
    Schönes Wetter: Spaziergang oder Joggen. Müde: 15 Minuten Power Nap. Zur Ablenkung: eine kurze Serie oder Sitcom. Vieles davon ist im Büro nicht möglich.
  • Die Zeit mit der Familie.
    In der Heimarbeitszeit bin ich garantiert zum gemeinsamen Abendessen da und habe den Abend mit den Kindern. Früher hat die Zeit nur für eine Gute-Nacht-Geschichte oder ein „Gute Nacht“ gereicht. Auch wenn wir tagsüber kaum etwas voneinander mitbekommen, bin ich doch näher an ihnen als es bei den meisten Jobs möglich wäre.
  • Organisatorisch hat die ganze Familie viel mehr Flexibilität als vorher.
    Meine Frau arbeitet 20 Stunden pro Woche. Seit ich zu Hause arbeite ist es einfacher sicherzustellen, dass z.B. alle „Fahrdienste“ rund um die Kinder erledigt werden können. Wenn sie einmal etwas länger arbeiten muss, dann hole ich die Kinder einfach in meiner Mittagspause ab.
  • Kein Arbeitsweg mehr.
    Eindeutig. Vorher 35 – 70 Minuten einfach, je nach Verkehrslage im Auto oder mindestens 80 Minuten im ÖPNV. Das spart zum einen Geld. Im Vergleich zu meinem vorherigen Arbeitgeber spart es mir ca. 850 € (Benzin) bis 1.400 € (ÖPNV) pro Jahr. Zum anderen ist der Zeitgewinn wertvoll. Das ist Lebensqualität und davon profitiert genauso der Arbeitgeber, denn …

Womit muss(te) ich lernen umzugehen?

  • … die Arbeitszeit ist aktuell tatsächlich höher als im Büro. Man sitzt sehr früh am Schreibtisch, wird seltener zu einem Kaffee verführt, bzw. macht eine Pause und am Ende arbeitet man dennoch bis zum Abend. Ein Standardarbeitstag sieht bei mir momentan so aus:
    • 7.30 – 8.00 Uhr schon am PC. Eine gute Zeit für E-Mails. Danach noch ein Blick auf Yammer, Twitter und die News. Gerade durch AvePoints Internationalität in den USA und in China endet die Kommunikation nicht um 17.00 Uhr MEZ+1.
    • 8.30 – 12.30 Uhr am PC
    • Mittags kann ich mich sehr gut eine Stunde rausnehmen. Natürlich nur, wenn keine wichtige Termine anstehen, die doch zu einem Quick Lunch vor dem PC führen.
    • 13.30 – 18.00/18.30 Uhr am PC

    Die Aufstellung entspricht einem entspannten Arbeitstag. Wie bei jedem Job unserer Branche arbeitet man je nach Projekt oder Anfrage natürlich mehr. Man muss auf jeden Fall seine Arbeitszeit genauso bewusst wahrnehmen wie im Büro. Den Gedanken „das ist ja keine Arbeit, ich bin ja „nur“ zu Hause“ sollte man schnell verbannen.

  • Zu Hause zu sein hat auch offensichtliche Nachteile. Ich muss besonders auf die Decke achten, die mir potentiell auf den Kopf fallen kann. Zum Glück nicht wortwörtlich J. Im Schnitt bin ich zwar zwei bis drei Tage auf Veranstaltungen, bei Kunden oder in München, aber es gibt auch Wochen ohne Reisetätigkeit. Das ist gut um konzentrierte Arbeiten zu erledigen, aber der soziale Faktor leidet trotz Telefon, Skype und Yammer.
  • Die Kommunikationsmittel und -Plattformen sind ungemein hilfreich, wenn es darum geht sich weiterhin integriert zu fühlen, mitzubekommen was passiert. Wichtig ist es auf jeden Fall auch Kontakt zu Kollegen zu halten, mit denen man in der täglichen Arbeit nicht viel zu tun hat. Im Büro geht man einfacher einen Kaffee trinken, sitzt im gleichen Büro oder kickert eine Runde.
  • Apropos Kickern. Die Zeit in München hat mich ja wieder rückfällig werden lassen und an meine Kicker-Hoch-Zeiten bei Method Park erinnert. Inzwischen fehlt es mir schon. Und ich werde wieder schlechter.
  • Bei manchen Teams mag es eventuell kein Problem sein, aber ich vermisse viele Kollegen, die in München sitzen. Gerade deswegen versuche ich mich auch regelmäßig im Büro blicken zu lassen.
  • Kaffee. Natürlich kann ich mir für einen Milchkaffee zu Hause Milch erwärmen und einen Espresso kochen. Aber kein Vergleich zum schnellen Knopfdruck in München.
    Abhilfe? Vielleicht eine neue Maschine im nächsten Jahr.
  • Man muss sich deutlich mehr Gedanken zur Mittagsverpflegung machen, die dann am Ende entweder zeitintensiv wäre oder einfach weniger lecker ist als bei den zahlreichen Restaurants am Stiglmaierplatz. Hamburgerei, „Der Bayer“ in Medium2Rare mit Süßkartoffelpommes. So lecker.
  • Wenn wir schon beim Thema Essen sind. Ich habe zu Hause deutlich mehr Süßigkeiten als im Büro. Das sollte einen hohen Stellenwert in der gesundheitlichen Risikoanalyse haben J.
  • Fun Fact zum Abschluss: es ist zwar toll Pakete jederzeit annehmen zu können, aber ungünstig, wenn man die eigenen Geschenke kurz vor Weihnachten gegenzeichnet …

Würde ich wieder einen Heimarbeitsvertrag unterschreiben? Ja, wenn ich dadurch bei einem tollen Arbeitgeber arbeiten kann.

Bevorzuge ich Heimarbeit im Vergleich zur klassischen Arbeit im Büro? Klassische Berater-Antwort: es kommt darauf an. Meine Tendenz geht zu „Nein“. Wenn ich einen kurzen Arbeitsweg zu AvePoint hätte, würde ich lieber jeden Tag dort mit meinen Kollegen verbringen und nur bei Bedarf (Flexibilität) von zu Hause arbeiten. Bei uns ist das zum Glück auch ohne große Genehmigung mehrmals im Monat möglich und immer in Rücksprache mit dem Vorgesetzten.

Bei vielen anderen Unternehmen ist der Umgang mit der Arbeit von zu Hause viel zögerlicher. Es muss oft belegt werden, dass es einen geschäftlichen Nutzen gibt von zu Hause zu arbeiten. Zusätzlich sollte noch ein konkretes Arbeitsergebnis, wie z.B. ein Whitepaper oder ein vorbereiteter Vortrag, definiert werden. Das macht meiner Meinung nach Arbeitgeber nicht attraktiv.

Ich suche übrigens noch Kollegen. Als zukünftige/r TSP Team-Kollege/in hättet Ihr auch die Möglichkeit von zu Hause zu arbeiten. Natürlich nur, wenn Ihr es möchtet.

So zum Abschluss hier noch ein Bild von meinem Eck:

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